25. August 2026 / Rhein-Kreis Neuss

Rhein-Kreis Neuss: Schulpsychologischer Dienst gibt Tipps zur Einschulung

Im Rhein-Kreis Neuss beginnt für 4.682 Erstklässlerinnen und Erstklässler nach den Sommerferien ein neuer...

Veröffentlicht am 25. August 2026 um 08:11 Uhr

Schule | 25.08.2026

Im Rhein-Kreis Neuss beginnt für 4.682 Erstklässlerinnen und Erstklässler mit dem Ende der Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt. Daniela Frimmersdorf, Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Rhein-Kreises Neuss, gibt Tipps zum Schulstart. Die Diplom-Psychologin erläutert, wie Eltern den Übergang von der Kita in die Schule gut begleiten und ihr Kind bei der Einschulung unterstützen können.

Mit dem ersten Schultag ist häufig große Aufregung verbunden. Wie können Eltern ihre Kinder beruhigen?

Daniela Frimmersdorf: Die Eltern sollten das Kind nach seinen Erwartungen fragen: was es befürchtet aber vor allem, worauf es sich freut. Sie sollten dem Kind erklären, dass – ähnlich wie in der Kita – erwachsene Vertrauenspersonen in der Schule da sind, um zu helfen und zu unterstützen. Hilfreich ist es, wenn Schulneulinge Kinder aus höheren Klassenstufen kennen und von diesen vielleicht auch als Paten begleitet werden. Zudem können Eltern von ihren eigenen Schulerfahrungen berichten – am besten von positiven Erlebnissen oder gelungenen Problemlösungen mit einem guten Ende.

Wie können Kinder auf die neue Tagesstruktur vorbereitet werden?

Daniela Frimmersdorf: Die Eltern sollten mit dem Kind feste Tagesroutinen etablieren. Die dadurch entstehende Vorhersehbarkeit von Abläufen gibt dem Kind Sicherheit und Orientierung. Diese festen Abfolgen können auch als Abbildungen an der Kinderzimmertür aufgehängt werden. Zu diesen Routinen gehören das selbständige Zähneputzen, Anziehen, Frühstücken und Tornister packen in einem angemessenen Zeitfenster ohne Hektik. Das Herauslegen von Kleidung für den nächsten Morgen und das Tornister packen kann auch schon am Abend erfolgen, um die morgendlichen Abläufe zu entzerren. In der Grundschule wird ebenfalls ein Tagesablauf in Form von Bildern in der Klasse aufgehängt, damit die Kinder wissen, welche Fächer am diesen Tag in welcher Reihenfolge kommen und wann die Pausen sind. Vielen Kindern hilft es, wenn ähnliche Abbildungen auch zu Hause verwendet werden.

Wie können Eltern ihre Kinder beim Lernen unterstützen?

Daniela Frimmersdorf: Es sollte auch zu Hause täglich eine Zeit der Stille und Konzentration eingeplant werden, so dass das Kind zu sich kommen kann. In einer ruhigen und angenehmen Lernatmosphäre, in der auch die Eltern die Handys und Fernseher ausschalten. Auch hier kann dem Kind wieder mit Bildern – ähnlich wie in der Schule – deutlich gemacht werden, welches Fach in welcher Reihenfolge geübt wird. Außerdem sollte mit dem Kind vorher vereinbart werden, wie lange diese Lerneinheit dauern wird. Hierfür eignen sich Sanduhren oder „Timetimer“, die dem Kind die Zeitspanne visualisieren. 

Wie sollten Kinder auf den Schulweg vorbereitet werden?

Daniela Frimmersdorf: Die Eltern sollten den Schulweg frühzeitig mit dem Kind üben, indem sie ihn zusammen am Nachmittag oder am Wochenende gehen und dabei auf die besonders gefährlichen Straßenverkehrssituationen hinweisen. In der ersten Zeit sollten die Eltern den Schulweg begleiten und sich dann nach und nach immer früher verabschieden, damit das Kind selbständiger wird. Der gemeinsame Schulweg mit Klassenkameraden ist wichtig auch für Freundschaften und Verabredungen. Außerdem ist das Kind nach dem Schulweg zu Fuß durch die frische Luft wesentlich wacher und aufnahmefähiger als wenn es im Auto zur Schule gebracht wird. 

Was hilft, wenn das Kind in den ersten Wochen Probleme bei der Umstellung auf den Schulalltag hat?

Daniela Frimmersdorf: Die Eltern sollten vor allem Ruhe bewahren und mit der Klassenlehrkraft in Kontakt treten, um hier gemeinsam mit dem Kind zu besprechen, was ihm helfen kann, um sich besser auf den Unterricht und die Schule einlassen zu können. Dies sollte aber auf keinen Fall die Anwesenheit der Eltern im Schulgebäude sein. Das Kind kennt die zeitweiligen Trennungen von den Eltern aus der Kitazeit. Man kann mit dem Kind auch darüber sprechen, was ihm in der Kita geholfen hat.

Quelle: Rhein Kreis Neuss (www.rhein-kreis-neuss.de)


Bildnachweis: © Daniela Frimmersdorf erläutert, wie Eltern den Übergang von der Kita in die Schule gut begleiten. © Rhein-Kreis Neuss

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