Grevenbroich – Auf der Hundewiese von Wuff und Wiese e.V. geht es um weit mehr als Freilauf und Begegnung. Der Verein steht für ein umfassendes Engagement rund um das harmonische Zusammenleben von Menschen und Hund. Dazu gehört auch, die wertvolle Arbeit von Assistenzhunden sichtbar zu machen. Besonders dann, wenn eine betroffene Familie direkt vor Ort Unterstützung benötigt.
Aktuell begleitet der Verein die junge Grevenbroicherin Nele, deren Assistenzhündin Ella über Assistenzhunde by my side e.V. ausgebildet wird. Ella unterstützt Nele seit August 2024 und ermöglicht ihr mehr Sicherheit, Struktur und Teilhabe im Alltag. Die Hündin erkennt Überforderungssituationen frühzeitig, hilft bei der Reduktion von Reizüberflutung und unterbricht beginnende Panikattacken – Assistenzleistungen, die für Menschen mit psychosozialen Belastungen entscheidend sind.
Prüfungsstopp belastet Familie – Ausbildung verlängerte sich bereits um rund 1,5 Jahre
Seit über zwei Jahren finden in Deutschland leider keine Assistenzhundeprüfungen mehr statt, weil es seit April 2024 keine staatlich anerkannte Stelle mehr gibt, die Ausbildungsstätten zertifizieren kann. Diese Zertifizierung ist jedoch gesetzlich vorgeschrieben, damit Assistenzhundeteams geprüft und offiziell anerkannt werden dürfen.
Die Bundesregierung arbeitet zwar, über eine Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG), an einer Lösung. Bis zur Umsetzung bleibt der Prüfungsstopp jedoch bestehen – mit erheblichen Folgen für Betroffene, Trainer*innen und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.
Für Nele bedeutet das konkret:
Die Ausbildung von Ella verlängerte sich bereits um rund eineinhalb Jahre.
Ohne Prüfung kann Nele die besonderen Zutrittsrechte für Assistenzhunde nicht nutzen.
Das Trainingsaufkommen steigt deutlich.
Die Kosten erhöhen sich spürbar.
Die Ausbildung eines Assistenzhundes kostet rund 30.000 Euro, die nicht von Krankenkassen übernommen werden. Dank vieler Spenderinnen und Spender konnten für Ella bereits 21.000 Euro gesammelt werden – doch durch die verlängerte Ausbildungszeit entstehen weitere Kosten.
Auch wenn die geplante Gesetzesänderung die rechtliche Blockade lösen soll, wird die Prüfungssituation nicht sofort normal. Durch den zweijährigen Stillstand hat sich ein bundesweiter Prüfungsstau aufgebaut: Hunderte Teams warten auf ihre Prüfung, während nur wenige Prüferinnen und Prüfer zur Verfügung stehen.
Wuff und Wiese e.V. zeigt Haltung – Spendenbanner und geplanter Informationsabend
Um die Bedeutung der Assistenzhundearbeit sichtbar zu machen und die Spendensammlung zu unterstützen, hat Wuff und Wiese e.V. ein Spendenbanner an ihrer Freilaufwiese in Hemmerden angebracht. Es macht auf Nele, Ella und die laufende Spendenaktion aufmerksam.
Am 6. September um 11 Uhr wird Assistenzhundetrainerin Heike Rohm vor Ort sein und steht für Rückfragen der Presse sowie Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung – ohne formelles Programm, sondern als fachkundige Ansprechpartnerin.
Darüber hinaus plant der Verein einen Informationsabend, bei dem Interessierte mehr über die Ausbildung und Arbeit von Assistenzhunden erfahren können. An diesem Abend sind Spenden ebenfalls herzlich willkommen. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben; Interessierte können sich bereits jetzt beim Verein melden.
„Wenn eine junge Grevenbroicherin Unterstützung braucht, stehen wir selbstverständlich an ihrer Seite“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Schneider. „Gleichzeitig möchten wir auf ein bürokratisch gemachtes Problem aufmerksam machen, das die Nutzung wertvoller Potentiale unserer Hunde verhindert und betroffene Familien stark belastet.“ Ergänzt die zweite Vorsitzende Janine Ahrweiler.

