17. September 2026 / Aus aller Welt

WMO: Die weltweiten Wasserspeicher schrumpfen

Gletscher verlieren weiter Masse, Flüsse führen weniger Wasser: Die WMO warnt, dass die weltweiten Wasserreserven seit Jahren zurückgehen.

Der weltweite Wasserabfluss aus Flüssen war 2025 besonders niedrig. (Archivbild)
Veröffentlicht am 17. September 2026 um 06:00 Uhr

Die weltweiten Wasserressourcen sind nach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) in den vergangenen Jahren knapper geworden. Der Abfluss aus Flüssen sei zurückgegangen, Gletscher schrumpften und in vielen Weltregionen sinke der Grundwasserspiegel, schreibt die WMO in ihrem jährlichen Wasserbericht.

Beim Grundwasserspiegel waren Zentral- und Osteuropa 2025 besonders betroffen: Kaum anderswo sei das Defizit gegenüber dem Zeitraum 2014 bis 2024 so groß gewesen, berichtet die WMO. Im Großteil Nordeuropas lag der Grundwasserspiegel demnach dagegen über dem langfristigen Niveau. 

Der menschengemachte Klimawandel, das steigende Wasserbedürfnis der wachsenden Weltbevölkerung und natürliche Schwankungen spielten bei der Entwicklung der Wasserressourcen eine Rolle, sagte Wayne Jenkinson, Direktor der WMO-Abteilung für Hydrologie und Kryosphäre.

In vielen Brunnen geht das Wasser zurück 

Die Wasserspeicher schrumpften seit gut zehn Jahren kontinuierlich, so die WMO. Dazu gehören das Grundwasser sowie Wasser in Seen, Gletschern, Böden, Vegetation, Schnee und Eis. 

Diese Reserven seien wie ein Sparkonto, mit dem früher etwa eine Dürresaison ausgeglichen werden konnte, sagte WMO-Chefin Celeste Saulo. «Wir zehren dieses Sparkonto aber auf», betonte sie. Fast zwei Drittel der überwachten Brunnen hätten im vergangenen Jahr weniger Wasser als im langfristigen Mittel gehabt.

Das Wasservolumen, das aus Flüssen abfloss, lag 2025 weltweit so niedrig wie selten in den vergangenen 35 Jahren, schreibt die WMO. 2025 sei eines der drei Jahre mit dem niedrigsten Abfluss.

Mehr Ungemach durch El Niño 

Für den Wasserbericht betrachtete die WMO Beobachtungen und Messungen über fünf Jahre bis Ende 2025. Die Wassertiefstände unter anderem im Rhein und in der Donau im heißen Sommer 2026 sind darin nicht berücksichtigt. 

Für dieses und das kommende Jahr droht weiteres Ungemach: Das natürliche Wetterphänomen El Niño kündigt sich mit besonderer Stärke an. Es beeinflusst Wind- und Wasserkreisläufe und kann je nach Weltregion einerseits für besonders starke Dürren und andererseits für schwere Überschwemmungen sorgen.


Bildnachweis: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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