1. September 2026 / Aus aller Welt

Von Deutschland gesuchter Drogenboss in Spanien geschnappt

Um der Justiz zu entgehen, wechselte ein von Deutschland gesuchter Drogenboss regelmäßig seine Identität und Telefonnummer. Eine Zusammenarbeit mit dem BKA führte nun zu seiner Festnahme in Spanien.

Spanische Fahnder haben nach eigenen Angaben den «meistgesuchten» Drogenboss Deutschlands in Málaga festgenommen. (Symbolfoto)
Veröffentlicht am 1. September 2026 um 17:31 Uhr

Die spanische Polizei hat nach eigenen Angaben einen seit Jahren von Deutschland gesuchten Kopf einer Bande festgenommen. Die Bande soll große Mengen Drogen nach Deutschland geschmuggelt haben. Es handele sich um den «meistgesuchten» Drogenschmuggler Deutschlands, betonte die Polizei in einer Mitteilung.

Der Mann, gegen den ein europäischer Haftbefehl Deutschlands wegen Drogenhandels und organisierter Kriminalität vorgelegen habe, sei in Zusammenarbeit mit Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) in der südspanischen Stadt Málaga aufgespürt worden. 

Zu seiner Identität wurde offiziell nichts mitgeteilt, aber spanische Medien wie der TV-Sender Telecinco berichteten ohne Nennung von Quellen, er sei 38 Jahre alt und stamme aus Pakistan. Auch welche Staatsanwaltschaft in Deutschland zuständig ist, wurde nicht mitgeteilt. 

Die Ermittlungen hätten 2025 begonnen, als Hinweise eingingen, dass sich der Flüchtige möglicherweise in Spanien aufhalte. Dort habe er zuvor gelebt und die von ihm geführte kriminelle Organisation habe dort auch über ein Lagerhaus verfügt, in dem die Drogen auf Lastwagen verladen worden seien, die über Frankreich nach Deutschland transportiert worden seien, wie die Polizei weiter mitteilte.

Cybersicherheitstraining, um der Justiz zu entgehen

Um der Justiz zu entgehen, habe der Drogenboss extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So habe er alle zwei Wochen seine Telefonnummer und alle drei Monate seine Identität geändert. Zudem habe er in der Türkei einen Cybersicherheitskurs absolviert, der ihn in Methoden geschult habe, mit denen er seine Ortung über Betriebssysteme, Geräte und soziale Medien habe verhindern können. 

Die Ermittlungen hätten die Fahnder zunächst auf die Spur zum Bruder des Flüchtigen gebracht. Nach mehrtägiger Observation und Verfolgung in verschiedenen spanischen Provinzen habe der Mann dann in Málaga als Beifahrer im Auto des Bruders lokalisiert und am 24. August festgenommen werden können.


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa
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