Der Betonschacht unter der Brücke ist nur schwer zu erreichen. Eine steile Böschung führt hinab in ein abgelegenes Gelände am Stadtrand von Backnang. Die Kabel verlaufen unter der Brücke hindurch über wenige Meter entlang der Bahnstrecke. Dort sollen Unbekannte mehrere Kabel durchtrennt und damit den Zugverkehr sowie die Internet- und Telefonversorgung in Teilen der Stadt beeinträchtigt haben. Die Polizei geht von einer mutwilligen Tat aus. «Nach ersten Erkenntnissen deuten alle Anzeichen auf eine mutwillige Beschädigung dieser Kabel hin», sagte ein Sprecher der Polizei. Das zeigten auch das Schadensbild und die Spurenlage vor Ort. Deshalb ermittele der Staatsschutz der Polizei wegen des Verdachts der Sabotage. An dem Schacht seien Werkzeugspuren und mögliche DNA-Spuren gesichert worden, sagte der Polizeisprecher in Aalen. Wer hinter der Tat steckt und welches Motiv die Unbekannten gehabt haben könnten, war zunächst offen. Einen Unfall bei Bauarbeiten hält die Polizei als Ursache für den Schaden an der Strecke nordöstlich von Stuttgart für eher unwahrscheinlich. «Der erste Anschein hat nicht nach einem Bagger ausgesehen, dem das aus Versehen passiert ist», sagte der Polizeisprecher. «Sondern es schaut aus, als habe das jemand mutwillig durchschnitten.» Nach Angaben einer Bahn-Sprecherin gab es auf dem betroffenen Streckenabschnitt auch keine Bauarbeiten. Die Deutsche Bahn wurde nach ihren Angaben am Sonntag durch eine Fehlermeldung auf den Schaden aufmerksam. Die beschädigten Kabel verursachten eine sogenannte Rotausleuchtung. Dieses Signal zeigt an, dass ein Gleisabschnitt oder eine Weiche von einem Zug besetzt oder blockiert ist - auch wenn tatsächlich kein Zug dort steht. Der Schaden hatte nach Polizeiangaben zu Datenausfällen und Einschränkungen im Zugverkehr geführt. Auch die Internet- und Telefonversorgung in der rund 38.000 Einwohner zählenden Stadt Backnang war beeinträchtigt. Wie viele Züge betroffen waren und wie lange die Störungen insgesamt dauerten, war zunächst nicht bekannt. Für die Reparatur der Kabel wurde die Strecke in der Nacht von Sonntag auf Montag vorübergehend gesperrt. Zwischen etwa Mitternacht und 3.30 Uhr konnten die Arbeiten an dem Betonschacht erledigt werden, teilte die Bahn mit. Nach ihren Angaben ist die Strecke inzwischen wieder frei, die Züge fahren an der betroffenen Stelle weitgehend pünktlich vorbei. Die Ermittler suchen nun Menschen, die rund um die Bahnstrecke verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Dabei geht es insbesondere um Personen oder Fahrzeuge auf den Feld- und Wanderwegen in der Nähe des Betonschachts. Auch Hinweise auf mögliche Arbeiter, die durch mitgeführtes Werkzeug aufgefallen sein könnten, könnten für die Polizei wichtig sein.Bahn: Es gab dort keine Bauarbeiten
Reparatur in der Nacht
Polizei bittet um Hinweise
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Kabel an Bahnstrecke durchtrennt – Polizei vermutet Sabotage
Die Polizei steht vor einem Rätsel: Wer schleicht mitten am Tag nahe der Gleise an einen Schacht und zerschneidet Kabel? Sie sucht dringend nach Zeugen, ist sich aber ziemlich sicher: Das war Absicht.
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