9. Juli 2026 / Aus aller Welt

Tschechien: Fast 6.000 Waffen bei Amnestie abgegeben

Von Mini-Pistolen bis hin zu riesigen Panzerabwehrkanonen: Was Tschechiens Bürger bei der diesjährigen Waffenamnestie alles abgegeben haben - und warum eine Granate Experten in Atem hielt.

Fast 6.000 Waffen und mehr als 64 Kilo Sprengstoff wurden in Tschechien straffrei abgegeben. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 9. Juli 2026 um 13:30 Uhr

Ein halbes Jahr lang konnten die Menschen in Tschechien illegale Waffen straffrei abgeben. Nun hat die Polizei eine Bilanz der Aktion gezogen, die von Anfang Januar bis Ende Juni andauerte. Landesweit seien 5.918 Waffen, mehr als 216.000 Schuss Munition und mehr als 64 Kilogramm Sprengstoff in die Dienststellen gebracht worden, teilte eine Sprecherin mit. Ähnliche Waffenamnestien gab es zuvor bereits in den Jahren 1996, 2003, 2009, 2014 und 2021.

Vom Festungsmörser bis zur Miniaturpistole

Unter den abgegebenen Stücken waren demnach auch Kuriositäten wie ein historischer Festungsmörser der zwischen 1930 und 1940 im Osten Frankreichs erbauten Maginot-Linie, um deren Rückgabe sich nun die französischen Behörden bemühen. Zu den größten Exemplaren zählte eine mehr als zwei Meter lange 4,7-cm-Festungs-Panzerabwehrkanone der Skoda-Werke, wie sie unter anderem in den Bunkern des Atlantikwalls verbaut wurde.

Geradezu winzig sieht dagegen die in der östlichen Region Mährisch-Schlesien abgegebene Kolibri-Pistole aus, die Patronen im Kaliber 2,7 Millimeter verwendet. Das Sammlerstück stammt aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine Erfindung des österreichischen Uhrmachermeisters Franz Pfannl, die sich am Markt indes nicht durchsetzen konnte.

Gefährliche Altlasten

Einige Fundstücke entpuppten sich als extrem gefährlich, darunter eine im April in einer Wohnung im Prager Stadtteil Nusle gefundene sowjetische Granate aus dem Zweiten Weltkrieg: «Wie sich herausstellte, war die Granate scharf und bereit, zu töten», erläuterte die Polizeisprecherin. Sie wurde von Experten vor Ort entschärft und abtransportiert. Die Behörden empfehlen dringend, beim Auffinden von Kampfmitteln, diese nicht zu berühren, an der Fundstelle zu belassen und die Polizei zu alarmieren.


Bildnachweis: © Lino Mirgeler/dpa
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