19. September 2026 / Aus aller Welt

Stromnetz auf Kuba bricht erneut zusammen

US-Ölembargo, marode Kraftwerke: Die Energiekrise auf Kuba spitzt sich zu. Rund 9,4 Millionen Menschen haben keinen Strom.

Die Energiekrise hat auf Kuba die bereits schwierige Wirtschaftslage weiter verschärft. (Archivbild)
Veröffentlicht am 19. September 2026 um 13:57 Uhr

Im Karibikstaat Kuba ist es zum siebten Mal seit Jahresbeginn zu einem kompletten Stromausfall gekommen. «Die Ursache wird umgehend untersucht, und die Protokolle zur Wiederherstellung der Versorgung wurden aktiviert», teilte der staatliche Stromversorger UNE mit. 

Der sozialistische Inselstaat leidet aufgrund der maroden Infrastruktur und eines seit Monaten von den USA verhängten Ölembargos unter einer schweren Energiekrise. Das Land mit rund 9,4 Millionen Einwohnern kann nur einen Teil seines Ölbedarfs decken.

Störungen in den veralteten Wärmekraftwerken sowie der Mangel an Treibstoff hatten die Stromversorgung in mehreren Landesteilen in den vergangenen Tagen bereits stark beeinträchtigt. Menschen mussten zuletzt teilweise bis zu 30 Stunden ohne Energie auskommen. Bereits vor dem landesweiten Blackout war UNE davon ausgegangen, dass am Freitag während der Spitzenlastzeit nur 1.110 Megawatt verfügbar sein würden - bei einem Bedarf von 3.200 Megawatt.

Seit Dezember erhält Kuba kaum Erdöl aus dem Ausland

Seit Dezember bekommt Kuba kein Erdöl mehr aus dem einstigen Bruderstaat Venezuela. Der frühere venezolanische Präsident Nicolás Maduro wurde im Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas festgenommen. Nun arbeitet Washington mit der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez zusammen.

Zudem drohte US-Präsident Donald Trump im Januar Ländern, die Öl nach Kuba exportierten, mit Strafzöllen. Treibstofflieferungen aus dem Ausland kamen daraufhin nahezu zum Erliegen. Nur der kubanische Privatsektor darf derzeit Treibstoff aus den USA importieren. Mit zahlreichen Sanktionen versucht Washington, wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba im Sinne der Interessen Washingtons herbeizuführen.


Bildnachweis: © Ramon Espinosa/AP/dpa
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