6. Juli 2026 / Aus aller Welt

Umstrittenes Stierhatz-Festival in Spanien eröffnet

In Pamplona sind wieder die Stiere los. Es ist ein gefährliches und auch viel kritisiertes Spektakel. Trotzdem kommen Tausende aus aller Welt in die nordspanische Stadt, um dabei zu sein.

Mehr als 12.000 Menschen nahmen an der Eröffnungsparty auf dem Rathausplatz teil.
Veröffentlicht am 6. Juli 2026 um 13:10 Uhr

Trotz erneuter Proteste von Tierschützern ist in Spanien eine neue Ausgabe des umstrittenen Stierhatz-Festivals von Pamplona eröffnet worden. Vor mehr als 12.000 begeisterten Menschen wurde mittags vom Rathaus-Balkon aus die Eröffnungsrakete «Chupinazo» abgefeuert. Höhepunkt des insgesamt neuntägigen San-Fermín-Festes sind die kontroversen Stierläufe. Die erste Stierhatz findet in der nordspanischen Stadt am Dienstag statt.

Die sogenannten «Sanfermines» sind dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet und werden in der 215.000-Einwohner-Stadt der Region Navarra bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts immer im Juli gefeiert. «San Fermín, San Fermín, San Fermín», schrien am Eröffnungstag die dicht gedrängten Menschen. Sie tanzten, sangen und schwenkten die traditionellen roten Halstücher.

Bis zum 14. Juli werden in Pamplona vormittags jeweils sechs Kampfstiere durch die engen Gassen der Altstadt in die Arena getrieben. Dabei laufen Hunderte von Menschen - vorwiegend junge Männer - vor den rund 600 Kilogramm schweren Bullen her. Die Stierhatz wird von mehreren TV-Sendern live übertragen. Jedes Jahr werden bei diesen Mutproben über die 875 Meter lange Strecke Dutzende verletzt. Seit 1924 gab es 16 Todesopfer, das letzte 2009.

Tierschützer sprechen von «mittelalterlicher Tortur» 

In der Stierkampfarena erwartet die Bullen des morgendlichen Laufs bei den dann am Abend stattfindenden Stierkämpfen der Tod. Bei den «Sanfermines» gibt es allerdings nicht nur Stierrennen und -Kämpfe, sondern auch zahlreiche Konzerte und Prozessionen sowie auch andere Veranstaltungen.

Tierschützer protestieren seit Jahren gegen das Stiertreiben. Sie sprechen unter anderem von «mittelalterlicher Tortur». Trotzdem lockt das Fest weiter Tausende Besucher aus aller Welt an, die vor allem aus Europa, Australien, Asien und den USA kommen. Über Pamplona schrieb der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem ersten größeren Roman «Fiesta» (1926).


Bildnachweis: © Eduardo Sanz/EUROPA PRESS/dpa
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