3. September 2026 / Aus aller Welt

New Yorks Bürgermeister verbannt KI für ein Jahr aus Schulen

Für Kinder von 7 bis 14 Jahren fällt in der größten US-Stadt im neuen Schuljahr der Einsatz von KI im Unterricht weg. Stattdessen setzt Bürgermeister Mamdani auf «echte» Lehrkräfte.

New Yorks linker Bürgermeister Zohran Mamdani, der seit Anfang 2026 die bevölkerungsreichste US-Stadt regiert, sucht einen neuen Umgang mit KI an Schulen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 3. September 2026 um 10:55 Uhr

New Yorks linker Bürgermeister Zohran Mamdani will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht für Schüler zwischen 7 und 14 Jahren für ein Schuljahr aussetzen. Die Maßnahme betrifft fast 600.000 Schüler öffentlicher Schulen der Klassen zwei bis acht, wie aus einer Mitteilung seines Büros hervorgeht. Dabei handele es sich um die landesweit umfassendste KI-Richtlinie für Schüler, die den Schwerpunkt auf Sicherheit und «echten, von Menschen erteilten Unterricht» lege, heißt es weiter. 

Das Verbot, das «Moratorium» genannt wird, soll für das Schuljahr 2026/2027 gelten. Lehrkräfte dürfen demnach aber weiterhin KI für die Unterrichtsplanung und operative Aufgaben nutzen, sofern diese den Sicherheitsstandards der Schulbehörde entsprechen. 

Zudem plant Mamdanis Stadtregierung Module zur kritischen Auseinandersetzung mit KI für Schüler der High School - die Klassen umfassen die Altersstufen 14 bis 18. Ferner sind begrenzte KI-Pilotprojekte in ausgewählten High-School-Klassen vorgesehen. Auch sollen altersgerechte Beschränkungen der Bildschirmzeit für die dritte bis achte Klasse eingeführt werden. 

Gouverneurin: «Fokus auf Lernen, nicht Klicken und Scrollen» 

«Kinder brauchen Lehrkräfte und menschliche Beziehungen, um zu lernen und sich zu entwickeln», sagte der linksliberale Demokrat laut der Mitteilung. «Die Technologiebranche will uns glauben machen, dass KI-gestützte frühkindliche Bildung nicht nur unvermeidlich, sondern auch notwendig sei. Wir sehen das anders.» Die Stadtregierung werde parallel zum Moratorium die Auswirkungen dieser Technologie untersuchen. 

«Wir haben die Verantwortung sicherzustellen, dass sich rasch wandelnde Technologien unsere Kinder und deren Lernprozess unterstützen, anstatt sie dabei zu behindern», sagte die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, laut der Mitteilung. «Der Bundesstaat New York ist Vorreiter bei den Bemühungen, den Fokus der Kinder auf das Lernen und die persönliche Entwicklung zu richten - statt auf bloßes Klicken und Scrollen.» 

Sie danke Bürgermeister Mamdani dafür, dass er auf dieser Arbeit aufbaue und das gemeinsame Engagement für die Kinder New Yorks vorantreibe, sagte sie demnach weiter. Der 34-jährige Mamdani hatte zu Jahresbeginn 2026 das Amt des Bürgermeisters der größten Stadt der USA übernommen.


Bildnachweis: © Yuki Iwamura/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Bilanz zur Rocker-Razzia - Stadt-Mitarbeiter geschmiert?
Aus aller Welt

Ermittler berichten, wie sie gegen ein Geldwäsche-Netzwerk und die «Hells Angels» vorgegangen sind. Wie wurden die Geldströme verschleiert und haben städtische Mitarbeiter Informationen weitergegeben?

weiterlesen...
Beispiellos: Entsetzen nach gescheiterter Hinrichtung
Aus aller Welt

Die Hinrichtung von Christa Pike endet im Chaos: Augenzeugen berichten von einer beispiellosen gescheiterten Hinrichtung. Weitere Hinrichtungen sind in US-Bundesstaat Tennessee vorerst gestoppt.

weiterlesen...
Das Tschilpen verstummt - Spatzen «wie in Luft aufgelöst»
Aus aller Welt

Spatzen gehören zu den beliebtesten Vögeln - und wohnen wegen vieler schmuddeliger Ecken besonders gern in Berlin. Bei den gefiederten Wonneproppen liegt etwas böse im Argen: Sie verschwinden.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Aus aller Welt

Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.

weiterlesen...
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Aus aller Welt

Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Aus aller Welt

Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.

weiterlesen...
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Aus aller Welt

Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.

weiterlesen...