21. August 2026 / Aus aller Welt

Katze entwischt - Familie verbringt Urlaub an Raststätte

Eigentlich wollen sie in die Berge fahren, doch als bei einer Pause ihre geliebte Katze davonläuft, schmeißt eine Familie ihre Pläne über den Haufen. Nun heißt es Autobahn statt Gipfelkreuz.

Um ihre Katze zu finden, hat eine Familie in Frankreich ihren Urlaub abgesagt und die Zeit an einer Autobahnraststätte verbracht. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 21. August 2026 um 15:56 Uhr

Weil ihr geschätztes Kätzchen auf dem Weg in den Urlaub entlaufen ist, hat eine französische Familie die Ferien statt in den Bergen an einer Autobahnraststätte verbracht. Anderthalb Wochen harrten die Eltern und ihre zwei erwachsenen Kinder in L'Isle-d'Abeau südlich von Lyon aus, um Katzendame Chanel wiederzufinden. «Wir haben alles für Chanel versucht», erzählt die 21-jährige Lola der Zeitung «Le Parisien».

«Wir können sie nicht zurücklassen»

Eigentlich hatte die Familie aus Versailles bei Paris ihren Urlaub in Dévoluy verbringen wollen. Bei einer Pause zog Mama Murielle dem schwarzen Kätzchen ein Geschirr an und nahm es an die Leine, damit es auch etwas frische Luft schnuppern könne. Zunächst habe sich das Tier unter dem Auto bequem gemacht, erzählt die Frau dem Blatt «Le Dauphiné Libéré».

Plötzlich sei es dann ins Gebüsch geflitzt, und als die Familie es habe einfangen wollen, sei das Tier immer weiter weggelaufen. Aus dem angelegten Geschirr habe sich die Katze befreit, so Murielle.

Kurzerhand beschloss die Familie demnach, Zimmer in einem nahegelegenen Hotel zu mieten. «Ferien werden wir noch andere haben, das ist nicht schlimm», sagt Murielle. «Aber Chanel ist ein Mitglied der Familie. Wir können sie nicht zurücklassen, das geht nicht.» Zwischen 22 Uhr und 7 Uhr habe die Familie dann ihre Runden gedreht. Am Morgen hätten sie sich schlafen gelegt. «Wir sind erschöpft», erzählt die Mutter kurz vor der Heimreise Richtung Versailles dem «Le Dauphiné Libéré».

Familie gibt Suche und Hoffnung nach Heimreise nicht auf

Um Chanel zu finden, veröffentlichte die Familie auch Suchanzeigen in den sozialen Medien und erhielt Unterstützung von Tierschutzvereinen vor Ort. Ausgestattet mit Kameras und Käfigfallen versuchen sie, Chanel wieder einzufangen. Auch Freiwillige machen sich auf die Suche nach der Katze, die seit einigen Monaten bei Lola lebte. «Wir haben viele Katzen gefunden, aber nie unsere», erzählt Murielle, die sich Vorwürfe macht, schließlich ist ihr die Katze davongelaufen.

Mittlerweile ist die Familie wieder heimgekehrt - die Arbeit ruft. Doch die Suche ist damit nicht beendet. «Sobald wir können, sobald wir Zeit haben und solange sie nicht gefunden ist, fahren wir hin», sagt Vater Stéphane dem Sender BFMTV, auch wenn es mehrere Hundert Kilometer bis zur Raststätte sind. «Wir schaffen es, die Hoffnung zu bewahren, auch wenn es schwierig ist, weil die Zeit uns lang vorkommt und wir natürlich jeden Tag daran denken», erzählt Katzenbesitzerin Lola der Zeitung «Le Parisien». «Sie kann es immer noch schaffen. Katzen brauchen manchmal mehrere Wochen, um zurückzukommen. Für uns ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts unmöglich.»


Bildnachweis: © Philipp von Ditfurth/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Beispiellos: Entsetzen nach gescheiterter Hinrichtung
Aus aller Welt

Die Hinrichtung von Christa Pike endet im Chaos: Augenzeugen berichten von einer beispiellosen gescheiterten Hinrichtung. Weitere Hinrichtungen sind in US-Bundesstaat Tennessee vorerst gestoppt.

weiterlesen...
Gescheiterte Hinrichtung: Christa Pike in kritischem Zustand
Aus aller Welt

Zweimal wird Christa Pike ein tödliches Mittel verabreicht - doch sie stirbt nicht. Der US-Bundesstaat Tennessee stoppt vorerst weitere Hinrichtungen. Was über ihren Gesundheitszustand bekannt ist.

weiterlesen...
Bilanz zur Rocker-Razzia - Stadt-Mitarbeiter geschmiert?
Aus aller Welt

Ermittler berichten, wie sie gegen ein Geldwäsche-Netzwerk und die «Hells Angels» vorgegangen sind. Wie wurden die Geldströme verschleiert und haben städtische Mitarbeiter Informationen weitergegeben?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Von HIV geheilter Patient ist Charité-Mitarbeiter
Aus aller Welt

Der «Zweite Berliner Patient» wurde als einer von 13 Menschen weltweit von HIV geheilt. Ihm wurden Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen.

weiterlesen...
Maskierte befreien Häftling aus Arztpraxis
Aus aller Welt

Aus einem Besuch beim Arzt ist in Essen eine spektakuläre Gefangenenbefreiung geworden: Maskierte überwältigten die Bewacher und verhalfen einem 34-Jährigen zur Flucht.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Von HIV geheilter Patient ist Charité-Mitarbeiter
Aus aller Welt

Der «Zweite Berliner Patient» wurde als einer von 13 Menschen weltweit von HIV geheilt. Ihm wurden Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen.

weiterlesen...
Maskierte befreien Häftling aus Arztpraxis
Aus aller Welt

Aus einem Besuch beim Arzt ist in Essen eine spektakuläre Gefangenenbefreiung geworden: Maskierte überwältigten die Bewacher und verhalfen einem 34-Jährigen zur Flucht.

weiterlesen...