Bei den umfangreichen Ermittlungen wegen des Verdachts von Gewalt an Pariser Kindergärten und Grundschulen prüft die Staatsanwaltschaft auch mögliches Fehlverhalten von Bürgermeister Emmanuel Grégoire und seiner Vorgängerin Anne Hidalgo. Untersucht werde, ob es neben einer politischen auch eine strafrechtliche Verantwortung der Rathausspitze gebe, sagte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau dem Sender France Inter. Derzeit liefen etwa 235 Ermittlungen in Fällen möglicher körperlicher und sexueller Gewalt, die 184 Einrichtungen beträfen. Die Staatsanwältin sprach von «einem regelrechten juristischen Tsunami», den die Ermittlungen in ihrer Behörde ausgelöst hätten. Während der langwierigen Ermittlungen und des gesamten Gerichtsverfahrens sollten betroffene Familien Begleitung erhalten, damit sie nicht erneut zu Opfern werden. Seit Monaten werden Eltern und Politiker in Paris von Berichten über Vorwürfe der Gewalt und mutmaßlichen Missbrauch in der außerschulischen Betreuung aufgewühlt - und dass den Vorwürfen offenbar nicht immer konsequent nachgegangen worden sei. Dutzende Schülerbetreuer wurden seit Jahresbeginn von der Arbeit suspendiert. Der neue Bürgermeister Grégoire kündigte einen Aktionsplan im Volumen von 20 Millionen Euro an, der ein schnelles und transparentes Melden von Verdachtsfällen, die Einbeziehung und Betreuung der Eltern und bauliche Verbesserungen beinhaltet.
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Gewaltvorwürfe an Pariser Schulen: Rathausspitze im Fokus
In der französischen Hauptstadt laufen rund 235 Verfahren zu mutmaßlicher Gewalt an Schülerhorten. Nun geraten auch der aktuelle Bürgermeister und seine Vorgängerin ins Visier der Justiz.
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