Im Fall Fabian ist das Landgericht Rostock weiter der Frage nachgegangen, ob Mitschüler den Achtjährigen lebend gesehen haben, als dieser nach Darstellung der Staatsanwaltschaft schon tot war. Ein befragter Horterzieher sagte am 29. Verhandlungstag aus, er habe Fabian auf einem Fahrrad gesehen - allerdings am Vortag seines Todes. «Freudestrahlend» habe Fabian ihn gegrüßt, «wie immer». Am Todestag habe er den Jungen hingegen nicht gesehen. Fabian galt seit dem 10. Oktober 2025 - einem Freitag - als vermisst. Den Ermittlungsergebnissen zufolge starb er auch an diesem Tag zwischen 10.50 Uhr und 13.00 Uhr. Die Anklage wirft einer 30-Jährigen vor, den Jungen etwa 15 Kilometer von Güstrow entfernt mit einem Messer getötet zu haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen. Die Angeklagte streitet die Vorwürfe ab. Zwei Mitschüler hatten angegeben, Fabian noch am Freitag gesehen und gegrüßt zu haben. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte aber gesagt, er gehe davon aus, dass sie Fabian tatsächlich am Donnerstag gesehen haben. Diese Variante würde zu den Angaben des Erziehers passen, der nach eigener Aussage am Donnerstag in Begleitung unter anderem der beiden Jungs zwischen Hort- und Schulgebäude unterwegs war. Ein «aufgeweckter Junge» war Fabian nach Aussage der Leiterin des Horts. Er sei fröhlich gewesen. Als er in der dritten Klasse nur noch zum Fußballtraining in die Einrichtung gekommen sei, sei er regelmäßig etwas früher gekommen, um Kolleginnen zu drücken und ihnen zu erzählen, dass es ihm gut gehe. Das Landgericht unterbrach die Verhandlung am Vormittag, um über die Zulassung mehrere Beweisanträge der Verteidigung zu beraten. Je nach Entscheidung könnte sich der seit Ende April laufende Prozess langsam seinem Ende nähern. Gegebenenfalls sollte am Donnerstag noch ein psychiatrischer Gutachter aussagen.Haben Mitschüler Fabian doch schon am Vortag gesehen?
Bildnachweis: © Bernd Wüstneck/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Erzieher sah Fabian «freudestrahlend» am Vortag seines Todes
Im Mammutprozess zum Tod des achtjährigen Fabian geht es erneut um zeitliche Abläufe. Auch persönliche Schilderungen kommen dabei vor. Am 29. Prozesstag könnte es noch besonders spannend werden.
Meistgelesene Artikel
- 1. Oktober 2026
Bilanz zur Rocker-Razzia - Stadt-Mitarbeiter geschmiert?
Ermittler berichten, wie sie gegen ein Geldwäsche-Netzwerk und die «Hells Angels» vorgegangen sind. Wie wurden die Geldströme verschleiert und haben städtische Mitarbeiter Informationen weitergegeben?
- 1. Oktober 2026
Beispiellos: Entsetzen nach gescheiterter Hinrichtung
Die Hinrichtung von Christa Pike endet im Chaos: Augenzeugen berichten von einer beispiellosen gescheiterten Hinrichtung. Weitere Hinrichtungen sind in US-Bundesstaat Tennessee vorerst gestoppt.
- 15. September 2026
Das Tschilpen verstummt - Spatzen «wie in Luft aufgelöst»
Spatzen gehören zu den beliebtesten Vögeln - und wohnen wegen vieler schmuddeliger Ecken besonders gern in Berlin. Bei den gefiederten Wonneproppen liegt etwas böse im Argen: Sie verschwinden.
Neueste Artikel
- 11. Oktober 2026
Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.
- 11. Oktober 2026
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. Oktober 2026
Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.
- 11. Oktober 2026
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.

